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BARF Infotheke

BARF - Die artgerechte, natürliche Ernährung des Hundes

Wir sollten uns immer vor Augen führen, dass es von besonderer Wichtigkeit ist, sowohl für uns selbst, als auch für die Tiere in unserer Obhut, dass Leben und somit auch insbesondere die Ernährung so naturgemäß wie irgendwie möglich zu gestalten. Es liegt zu einem ganz bedeutenden Teil an uns, ob wir selbst und unsere Haustiere bis ins hohe Alter gesund und vital sind oder ein Leben lang kränkeln. Eine natürliche Kost ernährt nicht nur und ermöglicht Wachstum, sondern bietet auch ein bedeutendes Maß Schutz vor Krankheiten. Letztlich ist die Natur vom Menschen nicht zu übertreffen!

Hunde und Katzen gehören zu der Familie der Raubtiere. Sie ernährten sich in ihrer natürlichen, wilden Existenz hauptsächlich oder ausschließlich von Fleisch. Dementsprechend sind auch ihre Körper aufgebaut (Reißzähne, kräftige Kieferknochen/-Muskeln, muskulöse Mägen, kleine/kurze Verdauungsapparate, saure Verdauungssäfte). Bis auf größere Knochen, einen Großteil von Haut und Fell und einen Teil des Magen-Darm-Inhaltes wird das gesamte Beutetier verzehrt. Grundsätzlich sind für Karnivoren (Fleischfresser) in Fleisch und Innereien alle natürlichen Nährstoffe (Eiweiß, Fett, Mineralien, Vitamine, Enzyme, Ballaststoffe) enthalten, die sie für ein gesundes Leben benötigen.
Jedoch ist der Hund (wie sein Vorfahr der Wolf) im Gegensatz zur Katze kein reiner Fleischfresser. Neben dem Beutetier frisst er auch Obst, Kräuter, Beeren, Gräser, Wurzel, Insekten und den Kotabsatz von Pflanzenfressern.

B.A.R.F. - Was ist "BARFEN"?

Barfen bedeutet: biologisch, artgerechtes, rohes Futter oder  bones and raw food (Knochen und rohes Futter).

Beim „barfen“ orientiert man sich an der natürliche Ernährung und imitiert weitestgehend eine Beutetierfütterung – es ist der ursprüngliche Weg einer gesunden Ernährung.
Es wird neben dem reinen Muskelfleisch des Beutetiers auch Bindegewebe, Faszien, Sehnen, Schleimhäute, Knorpel, Fettgewebe, Innereien (Leber, Niere, Milz, Herz und Lunge) und der ungewaschene(!) Pansen oder Blättermagen verfüttert.

Für ein ausreichendes Nährtoffspektrum sorgt eine Ernährung in möglichst breiter biologischer Vielfalt. Man füttert deshalb nicht nur Muskelfleisch und Innereien von einem oder zwei, sondern von möglichst vielen verschiedenen Beutetieren (Rind, Geflügel, Hasen, Kaninchen, Lamm, Ziege, Pferd, Fisch).

Um den Nährstoffbedarf abzurunden fügt man mehrmals wöchentlich eine Gemüse-/Obst-/Kräutermischung zu. Diese pflanzliche Ergänzung sollte püriert, angekocht oder aufgeweicht sein, da nur so der kurze Darm eines Hundes pflanzliche Zusatzstoffe optimal verwerten kann.

Katzen benötigen neben dem reinen Fleisch und Innereien lediglich Taurin. Hier eignet sich die Verfütterung von Herz.

Letztlich ist die natürliche Fütterung von Hunden und Katzen füttern einfacher als es den Anschein hat. Bis zur Einführung der Fertigfuttermittel wussten Hundehalter wie sie ihre Tiere zu ernähren hatten und es war keineswegs erforderlich Lebensmittelchemie zu studieren. Es gilt die gleiche Regel wie in der eigenen Ernährung: abwechslungsreich – saisonal – und so frisch wie möglich.

Unserer Meinung nach ist das Konzept der Fertigfuttermittelindustrie alle nötigen Stoffe in optimalen Prozentsätzen mit jeder Mahlzeit zu verabreichen nicht nur völlig unnatürlich (oder essen wir Menschen etwa jeden Tag alle benötigten Nährstoffe in einem optimalen Verhältnis? – sicher nur, wenn wir Astronautennahrung zu uns nehmen), sondern letztlich nur ein werbetechnisches Konzept um Hundehaltern ein befriedigendes und unkritisches Gefühl zu vermitteln.

Die Pyramide zeigt dir einen optischen Überblick über die prozentuale Verteilung der benötigten Futterkomponenten für einen erwachsenen, gesunden Hund. Das Verhältnis von fleischlichen zu pflanzlichen Anteil sollte um 80 zu 20 liegen, darf auch 70 zu 30 oder 90 zu 10 sein. Nicht alle aufgeführten Komponenten müssen zwangsläufig täglich verfüttert werden.

  • kein Zahnstein
  • kein übler Hundegeruch
  • weniger Parasiten
  • starkes Immunsystem
  • wesentlich kleinere Kotmengen
  • starke Bänder und Sehnen
  • bessere Muskulatur
  • Erleichterung bei arthritischen Erkrankungen
  • weniger Wachstumsprobleme
  • Risiko von Magendrehungen drastisch reduziert
  • schönes, gesundes, glänzendes Fell
  • Freude am Fressen

(Quelle: Swanie Simon (2014): BARF – Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde. Verlag Drei Hunde Nacht. Neustadt an der Aisch, 6. Auflage, Seite 16.)

aus eigenen Erfahrungen möchten wir noch folgendes ergänzen:

  • bietet die Möglichkeit, die Ernährungssituation eines Hundes ganz individuell zu berücksichtigen (z.B. Alter, Wachstum, Fell-und Hautbeschaffenheit, Aktivität, Futterverträglichkeiten, uvm.)
  • gute Verdaulichkeit – es gibt weniger Verdauungsprobleme
  • hohe Verwertbarkeit des Futters (dadurch weniger Kotabsatz)
  • Übergewicht kann gezielt vermieden und/oder abgebaut werden
  • bleibt der Hund aufgrund einer natürlichen und gesunden Ernährung bis ins hohe Alter gesund und vital, kann das eine Menge Tierarztkosten sparen
  • es verschafft dem Halter ein unheimlich befriedigendes Gefühl, bei der Fütterung zu wissen, was der Hund bekommt und dass er gesund ernährt wird
  • höhere Vitalität, Agilität und Aufnahmebereitschaft

Futtermengen

Literaturübergreifend empfehlen Ernährungswissenschaftler eine Tagesfuttermenge von 2-4% des Körpergewichtes (große Rassen eher 2%, kleine Rassen eher 4%) für erwachsene Hunde mit normaler Aktivität (ca. 2h Aktivität/Tag). Die Futtermenge sollte aber immer in Abhängigkeit von Jahreszeit (Temperaturen), Aktivitäten/Auslastung, Alter und Gesundheitszustand des Hundes gesehen werden. Für Welpen wird eine Gesamttagesfuttermenge von 5-7% angeraten, verteilt auf mehrere kleine Mahlzeiten. Ab der 12. Woche erhalten Welpen 2-4% des zu erwartenden Endgewichtes.
Im Weiteren sind sich Ernährungswissenschaftler darüber einig, dass die Gesamttagesfuttermenge ca. 60-90% tierische Erzeugnisse (Fleisch, fleischige Knochen, Knorpel, Innereien, Pansen, Milchprodukte – Welpen eher 90%, Senoiren eher 60%) und 10-40% pflanzliche Erzeugnisse (Gemüse, Obst, Getreide (optional)) enthalten sollte.
Die tierischen Komponenten unterteilen sich dann in Fleisch (ca. 50%), grüner Pansen (ca. 20%), Innereien (ca. 15%) und fleischige Knochen/Knorpel (ca. 15%) auf.
Die pflanzlichen Bestandteile des Futters unterteilen sich in ⅔ Gemüse und ⅓ Obst. Wenn Getreide gefüttert wird, sollte der Anteil an der Gesamtfuttermenge 10% nicht überschreiten.

Der Futterrechner

NAHRUNGSMENGE

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NAHRUNGSAUFTEILUNG


Täglich 14 tägig monatl. (28-tägig)
Gesamtfuttermenge

(Täglich)

(14 TÄGIG)

(MONATL. (28-TÄGIG))

TIERISCHE ANTEILE

(Täglich)

(14 TÄGIG)

(MONATL. (28-TÄGIG))

Muskelfleisch

(Täglich)

(14 TÄGIG)

(MONATL. (28-TÄGIG))

Pansen/Blättermagen

(Täglich)

(14 TÄGIG)

(MONATL. (28-TÄGIG))

Innereien

(Täglich)

(14 TÄGIG)

(MONATL. (28-TÄGIG))

Knochen/Knorpel

(Täglich)

(14 TÄGIG)

(MONATL. (28-TÄGIG))

PFLANZLICHE ANTEILE

(Täglich)

(14 TÄGIG)

(MONATL. (28-TÄGIG))

Gemüse

(Täglich)

(14 TÄGIG)

(MONATL. (28-TÄGIG))

Obst

(Täglich)

(14 TÄGIG)

(MONATL. (28-TÄGIG))

Gemüse · Obst · Kräuter

Gemüse und Obst sollten – neben den tierischen Erzeugnissen – in fast jeder Barf-Ration zu finden sein, da sie die zweite wichtige Grundlage der Rohernährung darstellen. Vor allem Gemüse stellt den Ersatz für den Magen-Darm-Inhalt von Beutetieren dar. Gemüse und Obst versorgen den Hund mit Vitaminen, Mineralien, Enzymen, Spurenelementen und auch sekundären Pflanzenstoffen. Ihre Ballaststoffe/Faserstoffe dienen der Darmpflege und -reinigung und lockern den Stuhl auf. Ganz wichtig ist auch hier, der Natur zu folgen und saisonal, vielfältig und frisch zu füttern.

Gemüse sollte den überwiegenden Teil der vegetarischen Futterkomponente (ca. 75%) ausmachen. Um die Zellstruktur aufzuschließen, sind Enzyme erforderlich, die dem Hund fehlen. Daher püriert man das Gemüse oder dünstet es leicht an.

Kräuter

Kräuter gehören zur Ernährung. Wild lebende Tiere bedienen sich der Naturapotheke und kennen diese wohl besser als wir. Kräuter mit stark medizinischer Wirkung sind allerdings mit Vorsicht und nicht ohne Rücksprache mit einem Heilpraktiker oder Tierarzt, der sich mit Ernährung auskennt, zu verfüttern.

„Zum Beispiel eignen sich Brennessel, Dill, Borretsch, Gänseblümchenblätter, Gräser, Klee, Brunnenkresse, Löwenzahn, Malven, Petersilie, Scharfgabe, Spitzwegerich, Vogelmiere, Giersch, Hagebutten, Alfalfa und Brombeerblätter zur normalen Fütterung.“
(Quelle: Swanie Simon (2014): BARF – Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde. Verlag Drei Hunde Nacht. Neustadt an der Aisch, 6. Auflage, Seite 33.)

Knochen

Hier gelten wichtige Grundregeln: Knochen sind immer roh, unter Aufsicht und nicht auf nüchternen Magen zu füttern! Sie dürfen niemals verfüttert werden, wenn sie vorher in irgendeiner Form erhitzt (gekocht, gebacken, gebraten) wurden!  Durch einen Erhitzungsvorgang verändert sich die Knochenstruktur, er wird brüchig und kann splittern.

Knochen sind der wichtigste Calziumlieferant in der Rohernährung. Ihr Anteil an der Gesamtfuttermenge sollte 5% reine Knochen oder 10-15% rohe Fleischknochen ausmachen. Nach Möglichkeit sind weiche Fleischknochen (z.Bsp. Kalbsbrust, Querrippe) mit Fleisch, Fell oder Haut zu bevorzugen.

Füttert keine großen Mengen Knochen auf einmal, da dies zu Verstopfungen führen kann (10gr/kg/KG).

Verträgt euer Hund keine ganzen Knochen, könnt ihr gewolfte Knochen oder Knochenmehl benutzen.

Calzium-Phosphor-Verhältnis

Der Calzium-Phosphor-Gehalt des Hundefutters ist inzwischen aufgrund neuer Erkenntnissen der Ernährungswissenschft recht umstritten. Die empfohlene Calciummenge lag vor einigen Jahren noch viel höher als heute und man gab vor, dass das Ca:P Verhältnis unbedingt bei 1:1 bis 1,2:1 liegen sollte. Neue Erkenntnisse, die 2006 von der NRC (National Research Council) veröffentlich worden sind, besagen, dass ein erwachsener Hund im Erhaltungsstoffwechsel ca. 50 mg Ca/kg Körpergwicht/Tag benötigt. Jetzt heißt es, nicht das Ca:P Verhältnis wäre wichtig, sondern die Abdeckung des Calciumbedarfs des Hundes. Dies ist bei einer ausreichenden Knochenfütterung gegeben. In der Rohernährung kann man von einem durchschnittlichen Calcium-Gehalt der Knochen (RFK) von mind. 2.500 mg/100g ausgehen, vorausgesetzt man füttert verschiedene Knochen (Brustbein, Ochsenschwanz, Hühnerflügel usw.). So ist eine ausreichende Calcium Versorgung bei einer Menge von 10% RFK der Gesamtration gewährleistet.

(Quelle: Swanie Simon (2014): BARF – Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde. Verlag Drei Hunde Nacht. Neustadt an der Aisch, 6. Auflage, Seite 26.)

Öle und Fette

Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sind dem Hund mit der Nahrung zuzuführen. Im Fleisch und Fett sind ausreichend Omega-6-Fettsäuren enthalten. Es bietet sich daher an, Lachs- oder Hanföl aufgrund ihres hohen Omega-3-Fettsäurengehaltes als Nahrungsergänzung zu benutzen. Allerdings sollte nicht mehr als 1ml auf 100gr Fleisch zugegeben werden, da sich der Vitamin E – Bedarf des Hundes bei der Aufnahme von Omega-3-lastigem Öl erhöht. Bei Hauterkrankungen hat sich Nachtkerzenöl bewährt.

Getreide - ein umstrittenes Thema

Bei diesem Thema gehen die Meinungen unter den Experten immer noch auseinander.

Es gibt Hunde, die Getreide sehr gut vertragen, andere kommen damit nicht zurecht.
Keinesfalls sollte man Getreide in minderwertiger Qualität oder gar in großen Mengen, wie in den meisten Fertigfuttern (60-90%), oder bei Krankheiten, wie Futtermittelallergien, Krebserkrankungen, Epilepsie, verfüttern.

Bei darmempfindlichen Hunden solltet ihr auf Weizen, Roggen, Dinkel, Hafer und Gerste verzichten.
Wenn ihr Getreide verfüttern wollt, dann empfehlen wir Pseudogetreide zu verwenden. Hierzu zählen Amaranth, Quinoa, Buchweizen und Hirse.

Was spricht eigentlich für Getreide?

Viele Hunde vertragen Getreide problemlos. Es ist eine billige Nahrungsquelle. In geringen Mengen ist Getreide für einen gesunden Hund sicherlich nicht schädigend. Aufgrund von unterschiedlichen Verdaulichkeiten der Nahrungsmittel sollte Fleisch und Getreide jedoch getrennt gefüttert werden, da es sonst zu Verdauungsstörungen (Bsp. Blähungen) kommen kann.

Was spricht denn gegen Getreide?

Es ist eigentlich kein natürliches Futter für Hunde und ist eines der Haupt-Allergene. Es  kann blähen und ist kohlenhydratreich, was schnell zu Übergewicht führen kann.

Barfen auf Reisen

Grundsätzlich kann man Fleisch am Reiseort kaufen. In Küstengebieten besteht die Möglichkeit, frischen Fisch zu füttern. Wenn am Reiseort ein Kühlschrank vorhanden ist, sind Fleischwürste, die aufgetaut im Kühlschrank aufbewahrt werden können, geeignet. Ansonsten besteht die Möglichkeit, Trockenfleisch zu füttern oder hochwertiges, kalt abgefülltes Fertigfutter in Dosen mitzunehmen.
Da sich eine ausgewogene Ernährung über einen Zeitraum von mehreren Wochen erstreckt, ist es – bei sonst ausgewogener Fütterung – nicht problematisch, den Hund kurzzeitig etwas einseitig zu ernähren.

Fasten

Hierzu ist sich die Fachliteratur im Wesentlichen einig: Fasten ist in der Rohfütterung kein Muss.
Wenn der Hund und auch der Halter damit zurechtkommen, ist ein Fasttag in der Woche gut zur Entlastung und Regeneration des Magen-Darm-Traktes und der Verdauungsorgane.
Wenn nicht, kann man ein bis zwei fleischfreie Tage einhalten.

Unbedingt fasten sollten Hunde aber bei Durchfall für 24-48h!

Damit wird der Durchfall eingedämmt und die Bildung von Allergien vermieden. Anschließend beginnt man die Fütterung mit einem moroschen Möhrenbrei und mischt nach und nach wieder rohes oder mit kochendem Wasser überbrühtes, gewolftes Fleisch bei.

Umgang mit rohem Fleisch

Nehmt das Fleisch aus der Folienverpackung und lasst es am Besten im Kühlschrank auftauen. Fangt dabei den Saft auf und füttert ihn mit. Zum Verfüttern sollte das Fleisch aber dann auf Zimmertemperatur erwärmt sein. Wenn ihr mal vergesst, das Fleisch rechtzeitig aus der Gefriertruhe zu nehmen, empfehlen wir, das Fleisch bei Zimmertemperatur oder in einem kalten Wasserbad aufzutauen.

Wenn rohes Fleisch länger gelagert wird, geht es an, riecht stark und es bildet sich ein grauer Schimmel – es wird zart. Hunde mögen das, ihr könnt derartiges Fleisch ohne Bedenken verfüttern. Achtet aber darauf, dass es nicht von Fliegeneiern besetzt ist, da sich der Hund mit Krankheitskeimen der Fliegen bzw. der Maden infizieren kann. Spült das Fleisch gründlich mit Wasser ab und reibt es mit Essig ab, dann könnt ihr es verfüttern.

Gekochtes Fleisch dürft ihr jedoch nicht alt werden lassen, das kann lebensgefährlich sein! Manche Hundebesitzer füttern Fleisch, wenn es noch teilweise gefroren ist; das kann Durchfall oder Magenschleimhautentzündungen verursachen oder aber auch ganz unproblematisch sein; es ist von Hund zu Hund verschieden. Ebenso verhält es sich übrigens auch mit Hundeeis!

Fehler beim Baren

Schweinefleisch

In Deutschland soll die für den Hund tödliche Aujezkysche Krankheit seit 2002 ausgerottet sein. Es handelt sich hierbei um einen Virus, mit dem das Schweinefleisch infiziert sein kann. Allerdings werden Schweine noch gegen diesen Virus geimpft, sodass nicht feststellbar ist, ob das Schwein ein Träger war. Also verzichtet auf rohes Schweinefleisch (auch von Wildschweinen!)

Fettarmes Füttern

Einer der häufigsten Fehler ist die Fütterung von zu mageren Rationen. Fett ist der natürliche Energieträger für den Hund. Enthält eure Futterration genügend Fett, ist es nicht erforderlich Kohlenhydrate hinzuzufügen. Idealerweise sollte eine Barfration (ohne Kohlenhydrate) 15-25% Fett enthalten.

Knochenfütterung

Hier gilt eine wichtige Grundregel: Knochen sind immer roh und unter Aufsicht zu füttern! Gekochte Knochen sind für die Verfütterung nicht geeignet, da sich durch den Kochvorgang die Knochenstruktur verändert, der Knochen brüchig wird und splittern kann. Füttert keine großen Mengen Knochen auf einmal, da dies zu Verstopfungen führen kann (ab 10gr/kg/KG).

Vorurteile zum Barfen

Von der Fertigfuttermittelindustrie und auch von pharmazeutisch-chemisch denkenden Tierärzten wird immer wieder von rohem Fleisch und Knochen abgeraten.

„Rohes Fleisch sei gefährlich – der Hund werde Parasiten oder Salmonellen bekommen, heißt es. Nur durch Fertigfutter könne der Nährstoffbedarf des Hundes gedeckt werden, wird behauptet.  Knochen seien lebensgefährlich, warnt die Fertigfutterlobby. Rohernährung sei viel zu teuer und zeitaufwändig, heißt es.“  (Quelle: Swanie Simon (2014): BARF – Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde. Verlag Drei Hunde Nacht. Neustadt an der Aisch, 6. Auflage, Seite 15.)

Durch 60 Jahre Fertigfuttermittelfütterung kann sich der Verdauungsapparat eines Hundes nicht evolutionär verändern.

„Der Hund besitzt nach wie vor den Verdauungsapparat eines Karnivoren; das heißt, die gesamte Verdauung des Hundes ist auf rohes Fleisch und Knochen eingestellt. Salmonellen und andere Bakterien sowie Parasiten sind allgegenwärtig – ein gesunder Organismus wird damit problemlos fertig. Die Magensäure des Hundes ist sehr stark und kann Knochen, Knorpel und Fleisch problemlos verdauen. Da durch den Schlüsselreiz Fleisch ausreichend Magensäfte produziert werden, werden bei der Rohernährung schädliche Bakterien vernichtet, und es kommt äußerst selten zu Parasitenbefall.“
(Quelle: Swanie Simon (2014): BARF – Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde. Verlag Drei Hunde Nacht. Neustadt an der Aisch, 6. Auflage, Seite 15.)

Es ist nicht notwendig, alle lebenswichtigen Nährstoffe bei jeder Mahlzeit zu verabreichen. Dieses lediglich werbewirksame Konzept der Fertigfutterhersteller ist absolut naturfremd. Als ob wir Menschen täglich alle erforderlichen Nährstoffe in optimaler Zusammensetzung zu uns nehmen?! In der Natur findet eine ausgewogene Ernährung immer über einen Zeitraum von mehreren Wochen statt. Bei einer, in der Regel abwechslungsreichen Fütterung, ist es daher nicht schlimm, wenn der Hund für kurze Zeit (z.Bsp. im Urlaub) etwas einseitig ernährt wird.

Dass die Rohfleischfütterung zeitaufwändiger oder teurer als Fütterung von Fertigfuttermitteln sei, ist schlichtweg falsch.

Fleisch und Knochen der Barf-Ernährung sind meist Überbleibsel vom Fleisch für unsere menschliche Ernährung und deswegen nicht teurer als ein mittelmäßiges Trocken- oder Nassfutter.

Rohfleisch macht böse! Ein Märchen das sich hartnäckig hält. Hunde verteidigen natürlich ihr Fleisch gegen andere Hunde – das hat aber keine Auswirkungen auf das Verhältnis Mensch/Hund, sondern ist eine Erziehungsfrage.

Schlußendlich

Barfen bedeutet also einfach Hunde und Katzen natürlich zu füttern. Habt keine Angst und freut euch, wenn euer Liebling Spaß hat, ein großes Stück Pansen zu verschlingen oder einen Fleischknochen zu zerlegen.

Für weitergehende Informationen gibt eine Menge Bücher und das Internet bietet ebenfalls ausreichend Material um sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen.
Jedoch raten wir sich von teilweise dogmatischen Ansätzen mancher Autoren, sei es in Büchern oder im Internet, nicht verunsichern lassen. Natürliche Fütterung wurde nicht vom Menschen erfunden und fundamentalistische Ansichten sind hier fehl am Platz.
Letztlich ist BARFEN nur Hunde füttern und es kommt nicht darauf an ob man ein wenig Getreide, 30 statt 20% Gemüse, einmal oder zweimal täglich füttert.
Beobachtet euern Hund gut, füttert einfach abwechslungsreich, unbehandelt und so frisch wie möglich.

Wir möchten euch hier noch eins mit auf den Weg geben: Wenn ihr euch bei einem Gemüse, Obst, Kraut oder was auch immer nicht sicher seid und auch die einschlägige Literatur verschiedene Meinungen und Ansätze beinhaltet, dann füttert es einfach nicht!

Wenn ihr Fragen habt, dann schreibt uns unter kontakt@barftime.de eine Mail oder unter +49 3685 409 88 79 eine Whatsapp! Wir helfen euch gerne bei der Futterum- und/oder -zusammenstellung!